Sicherung der Fachkräfteversorgung im Fokus
In Spitälern und Kliniken arbeiten Berufsgruppen mit unterschiedlichsten Bildungswegen. In der Bildungspolitik hat H+ 2025 den Fokus daraufgelegt, dass diese unterschiedlichen Ausbildungen bedarfsorientiert und schlank reguliert werden. Nur so kann der Personalbedarf qualitativ und quantitativ gedeckt werden.
H+ setzt sich in der Bildungspolitik für innovative und attraktive Berufe in den Spitälern und Kliniken ein und intensiviert das Networking und die Interessenvertretung der Mitglieder. Im Jahr 2025 standen dabei kostendeckende Ausbildungstarife für die klinische Ausbildung und die Begleitung der Lernenden im Fokus, um die Fachkräfteversorgung zu sichern. Folgende Themen beschäftigte den Geschäftsbereich Bildung 2025 intensiv:
Englischsprachige Titelzusätze: Klare Richtlinien nötig
Künftig erhalten Absolvent:innen einer höheren Berufsbildung einen Zusatztitel zum Diplom oder Fachausweis: Professional Bachelor für Personen mit einem HF-Diplom oder einem eidgenössischen Fachausweis und Professional Master für Personen mit einer eidgenössischen Höheren Fachprüfung. Diese Zusatztitel dienen vor allem dem Berufsmarketing und sollen die Berufsbildung stärken. Ein Kompetenzzuwachs ist damit nicht verbunden. Für H+ sind klare Regeln für die Verwendung dieser Titelzusätze und eine transparente Kommunikation innerhalb der Branche entscheidend. Dazu wurde eine gemeinsame Haltung zusammen mit OdASanté, Spitex und Artiset vereinbart.
Arbeitswelterfahrung Fachhochschulstudiengänge Gesundheit
Der Hochschulrat hat Ende November 2025 Änderungen bei der Arbeitswelterfahrung (AWE) für Maturand:innen beschlossen: Jede Fachhochschule muss bis 2030 eines von drei Modellen für die Bachelorprogramme Gesundheit umsetzen. H+ arbeitet mit Hochschulvertreter:innen und GDK zusammen, um die Interessen der ausbildenden Spitäler einzubringen und kritischen Veränderungen wie steigenden Betreuungsaufwand zu begegnen.
Engpässe bei ausländischen und inländischen Fachärztetiteln
Der bestehende Fachkräftemangel wird durch gewichtige administrative Engpässe weiter verschärft. Angehende Ärzt:innen mit ausländischen oder inländischen Facharzttiteln müssen derzeit teils bis zu einem Jahr auf die Bearbeitung ihrer Anträge warten. Auch dank dem Widerstand von H+ haben die entsprechenden Behörden zwar Massnahmen getroffen, die Verzögerungen bleiben aber bestehen. Einzelne Kantone erteilen in der Folge Notstandsbewilligungen. H+ verlangt im Austausch mit dem SIWF, der FMH und der GDK eine rasche Lösung und die Einhaltung von akzeptablen Fristen bei den ausländischen und inländischen Titelanerkennungen, da Spitäler bei Personaleinsatz und -rekrutierung ohnehin stark belastet sind.
Diplomierte Pflegefachleute HF, Fachpersonen Gesundheit
Die Bildungsgrundlagen der beiden personalstärksten Berufe der Pflegeabteilungen werden bis 2027/2028 revidiert. H+ bringt sich in den jeweiligen Bildungskommissionen ein, um die Interessen der Spitäler und Kliniken zu vertreten. Dies trägt dazu bei, den künftigen Qualifikationsbedarf zu decken.
Weitere Berufsprofile im Wandel
Auch in Spitalküchen, bei der Codierung, Medizintechnik und den Sicherheitsberufen verändern sich die Berufsbilder. H+ aktualisiert hier gemeinsam mit Berufsfachleuten die konkreten Anforderungen seitens der Spitäler.