Was das Jahr geprägt hat: die wichtigsten Momente für die Schweizer Spitäler im Überblick.
Neue Auswertung vom Verein SpitalBenchmark belegt Unterfinanzierung
Eine neue Auswertung des Vereins Spitalbenchmark macht erneut sichtbar: Die ambulanten Spitaltarife sind nach wie vor massiv zu tief und liegen im Schnitt rund 25 % unter den effektiven Kosten. Das gefährdet die wirtschaftliche Stabilität vieler Häuser, bremst die politisch gewünschte Ambulantisierung und erhöht den Druck auf das Personal.
Bundesrat setzt neues ambulantes Gesamt-Tarifsystem definitiv per 1.1.2026 in Kraft
Der Bundesrat genehmigt das neue ambulante Gesamt-Tarifsystem bestehend aus Tardoc und ambulanten Pauschalen und setzt es per 1. Januar 2026 in Kraft. Das ist ein historischer Schritt und der veraltete TARMED kann endlich abgelöst werden. H+ begrüsst den Systemwechsel, betont aber: Um die Ambulantisierung tatsächlich voranzutreiben, sind zusätzlich kostendeckende Tarife nötig.
Strategie 2030+ im Fokus der Regionalen Meetings
An den Regionalen Meetings tauschten sich Mitglieder, Vorstand und Geschäftsstelle zur neuen Strategie 2030+ aus. Die wertvollen Rückmeldungen aus den Spitälern und Kliniken flossen direkt in den Strategieprozess ein und schärften die Ausrichtung des Verbands.
Qualitätsvertrag zeigt im ersten Jahr bereits Wirkung
Ein Jahr nach Inkrafttreten zeigt der Qualitätsvertrag nach Art. 58a KVG messbare Wirkung: Über 90 % der Spitäler und Kliniken beteiligten sich an der ersten Selbstdeklaration, mehr als 60 % weisen bereits ein vollständig implementiertes Qualitätsmanagementsystem aus. Ab 2026 folgen verbindliche Routineprüfungen; die Ergebnisse sind dann öffentlich einsehbar.
Hearing bei SGK-S: H+ macht auf Anliegen der Spitalbranche aufmerksam
An einem Hearing der SGK-S zur Spitallandschaft und -finanzierung legte H+ die zentralen Anliegen der Branche dar. Im Fokus stand die tarifliche Unterfinanzierung – besonders im ambulanten Bereich – und deren Folgen für Versorgungssicherheit, Personalbelastung und die anstehende Transformation.
Im Verlauf des Jahres fanden weitere Hearings und Präsentationen mit den politischen Stakeholdern statt, an welchen H+ die Anliegen der Spitalbranche vertrat.
2. Etappe Pflegeinitiative: Runder Tisch statt unrealistischer Vorschläge
Die SGK-N fordert einen runden Tisch zur Überarbeitung der bundesrätlichen Vorlage zur zweiten Etappe der Pflegeinitiative. H+ begrüsst diesen Schritt ausdrücklich: Der aktuelle Entwurf droht, den Fachkräftemangel weiter zu verschärfen, und würde für die Spitäler und Kliniken massive Mehrkosten auslösen, ohne dass die Finanzierung geregelt ist.
Runder Tisch Kostendämpfung: Breit abgestützte Massnahmen beschlossen
Am dritten Runden Tisch zur Kostendämpfung einigten sich die Beteiligten auf ein Massnahmenpapier mit einem Einsparziel von mindestens 303 Mio. Franken. Auch die Spitäler und Kliniken sind trotz angespannter Finanzlage im Sinne eines Kompromisses zu Sparmassnahmen bereit, wenn dafür die Ambulantisierung tatsächlich vorangetrieben wird.
H+ präsentiert PwC-Studie „Spitallandschaft der Zukunft“: Umbau statt Abbau
H+ publiziert zusammen mit PwC eine Studie zu den „Zukunftsperspektiven für die Spitallandschaft Schweiz“ mit der klaren Diagnose: Der Status quo ist keine Option. Die Studie benennt drei zentrale Transformationstreiber: abgestufte Versorgung, Ambulantisierung und Digitalisierung. Die Studie bildet den Kompass für die kommenden politischen Entscheide. Abgeleitet aus den Ergebnissen der Studie zeigt H+ klar auf, welche Rahmenbedingungen notwendig sind, damit die Hebel – abgestufte Versorgung, Ambulantisierung und Digitalisierung – wirken und die Transformation der Spitallandschaft vorangetrieben werden kann. Die Ergebnisse und Forderungen wurden der Öffentlichkeit und Politik präsentiert: Per Medienkonferenz sowie an Treffen mit Parlamentarierinnen und Parlamentariern sowie mit der Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider und dem GDK-Präsidenten Lukas Engelberger.
GV verabschiedet Strategie 2030+ mit der Mission: Vertreten, Gestalten, Unterstützen
An der Generalversammlung verabschieden die Mitglieder die Strategie 2030+ als neuen Referenzrahmen für Verband und Geschäftsstelle. Sie definiert Purpose, Vision und Mission – und setzt sieben strategische Schwerpunkte, von Ambulantisierung bis Bürokratieabbau.
Die GV fand im Rahmen des Jahreskongresses der International Hospital Federation (IHF) in Genf statt – ein Anlass, der die Vernetzung mit der internationalen Spitalbranche ermöglichte.