Der Systemwechsel 2026 ist vorbereitet – der Tarifdruck bleibt hoch
Die Arbeiten des Geschäftsbereichs Tarife waren 2025 massgeblich durch die Vorbereitung auf das neue ambulante Gesamt-Tarifsystem geprägt. Gleichzeitig bleibt der anhaltende Druck durch strukturell zu tiefe Tarife die grösste Herausforderung für die Spitäler und Kliniken.
Die Einführung des neuen ambulanten Gesamt-Tarifsystems per 1. Januar 2026 bildete den Schwerpunkt im Jahr 2025. Dieser Systemwechsel ist zentral für eine zukunftsfähige und sachgerechte Vergütung der Leistungen; er beseitigt jedoch nicht die strukturelle Unterfinanzierung.
Ambulantes Gesamt-Tarifsystem ab 2026
Ende April 2025 genehmigte der Bundesrat die neue ambulante Gesamt-Tarifstruktur, anfangs November folgten gezielte Anpassungen, die unter der Federführung der Organisation ambulante Arzttarife (OAAT) gemeinsam von allen Tarifpartnern erarbeitet wurden. Damit wurde das neue Gesamt-Tarifsystem per 1. Januar 2026 verbindlich eingeführt.
H+ setzte sich innerhalb der OAAT dafür ein, dass die Tarifstrukturen TARDOC und ambulante Pauschalen die Leistungen der Spitäler und Kliniken bereits in der Startphase möglichst sachgerecht abbilden und zugleich weiterentwickelbar bleiben. Seine Mitglieder informierte H+ mit über einem Dutzend Info-Sessions regelmässig über die wichtige Umstellung der Tarifstrukturen, Anwendungsmodalitäten, Kostenneutralität und Preisbildung. Zugleich hatten die Spitäler und Kliniken so die Möglichkeit, ihre Anliegen in die nationale politische Diskussion einzubringen.
Ein weiteres wichtiges Ziel war die zeitgleiche Umsetzung des Systemwechsels auch im Bereich UV, IV und MV. Die Verhandlungen mit der Medizinaltarif-Kommission (MTK) waren insbesondere aufgrund des Taxpunktwerts anspruchsvoll. Trotz schwieriger Ausgangslage konnte eine Einigung erzielt werden: Per 1. Januar 2026 konnten auch die Sozialversicherungen auf das neue ambulante Gesamt-Tarifsystem umstellen.
Tarifvertrag mit der MTK für ST Reha
In der Rehabilitation standen 2025 die Vertragsverhandlungen mit der MTK für die stationären Leistungen im Fokus. Für 2026 bis 2027 konnte ein neuer Vertrag ausgehandelt werden. Dieser sieht für die meisten Spitäler und Kliniken höhere Tarife vor und das entwickelte Regressionsmodell verbessert zudem die Sachgerechtigkeit der Tarife.
Tarifstruktur Psychologische Psychotherapie
Bei der psychologischen Psychotherapie haben die Tarifpartner H+, die Berufsverbände der Psychologie (FSP, ASP und SBAP) sowie prio.swiss in intensiven Verhandlungen gemeinsam eine definitive Tarifstruktur erarbeitet, welche die seit 2023 geltenden provisorischen Tarife ablösen soll. Die Tarifstruktur wurde im Dezember 2025 dem Bundesrat zur Genehmigung eingereicht. Sie bildet die Grundlage für eine national einheitliche und sachgerechte Abgeltung ab 2027.
Physiotherapie
Auch in der Physiotherapie konnten 2025 zentrale strukturelle Grundlagen für die neue Tarifstruktur erarbeitet werden, um die physiotherapeutischen Leistungen der Spitäler, Kliniken und Praxen realitätsnäher abzubilden. Die Einführung dieser Tarifstruktur ist ebenfalls per 2027 vorgesehen.
Tarifthemen bleiben aktuell
Die zu niedrigen Tarife bleiben für Spitäler und Kliniken das zentrale Risiko. Entsprechend gewinnt das Projekt zu den Tarifermittlungsgrundsätzen weiter an Bedeutung – wie auch die Umsetzung des Kostenmonitorings gemäss Artikel 47c KVG. Parallel dazu bereitet sich H+ intensiv auf die Umsetzung der einheitlichen Finanzierung (EFAS) vor, welche die Tarif- und Finanzierungsdiskussion in den kommenden Jahren zusätzlich prägen wird.