Erfolgreicher Einsatz für die Patientensicherheit
Sowohl der Qualitätsvertrags nach Art. 58 a KVG als auch die Branchenlösung «Interprofessionelle Reviews in der Psychiatrie» sind wichtige Erfolge im Engagement von H+.
Positiv verlaufen sind zudem die Neuverhandlungen zur Rabattweitergabe und die damit verbundene Prozessvereinfachung. Gleichzeitig ist die zunehmende Regulierungsdichte kritisch zu beobachten.
2025 hat sich H+ in verschiedenen Bereichen für die Aspekte der Qualität und Patientensicherheit eingesetzt – und dabei vor allem auch für möglichst unkomplizierte und unbürokratische Lösungen plädiert.
Umsetzung des Qualitätsvertrags nach Art. 58a KVG
Bei der Umsetzung des Qualitätsvertrags lag der Schwerpunkt darauf, Pilotüberprüfungen durchzuführen sowie die Prozesse und Unterlagen für die künftigen regulären Vor-Ort-Überprüfungen auszuarbeiten. Insgesamt wurden zwölf Pilotüberprüfungen organisiert und fachlich begleitet; zusätzlich fanden weitere freiwillige Überprüfungen auf Eigeninitiative einzelner Spitäler und Kliniken statt.
Inzwischen steht eine Checkliste für die Überprüfungen zur Verfügung und ein E-Learning-Angebot für Auditor:innen soll in 2026 erarbeitet werden. Zudem wurde ein erster Erfahrungsaustausch zur Umsetzung des Qualitätsvertrags nach Art. 58a KVG für die Spitäler und Kliniken durchgeführt.
Vereinbarung zur teilweisen Rabattweitergabe: Vereinfachte Datenerhebung
Seit 2025 ist die neu verhandelte Vereinbarung zur teilweisen Rabattweitergabe in Kraft. Im Rahmen der Neuverhandlungen konnten die Synergien zwischen dieser Vereinbarung und dem Qualitätsvertrag gemäss Art. 58a KVG weiter gestärkt werden.
Ebenfalls wurde das Vorgehen zur Datenerhebung neu aufgesetzt und erfolgt seither digital auf spitalinfo.ch. Ziel ist es, die Abfrage der erforderlichen Angaben zu den Qualitätsverbesserungsmassnahmen zu vereinfachen. Ob dies aus Sicht der Spitäler zu einer spürbaren Reduktion des Aufwands führt, wird sich 2026 zeigen.
Weiterentwicklung der interprofessionellen Reviews in der Psychiatrie
In den letzten Jahren haben sich die interprofessionellen Reviews in der Psychiatrie deutlich weiterentwickelt. 2025 beteiligten sich schon 19 Spitäler und Kliniken an der H+ Branchenlösung – darunter auch fünf Institutionen aus der Romandie. Erstmals wurde in der Kinder- und Jugendpsychiatrie erfolgreich ein Review durchgeführt, ergänzt durch eine Reviewerschulung in der Westschweiz, um den Reviewer-Pool zu erweitern. Ein Präsidiumswechsel wurde eingeleitet und Überlegungen zur strategischen Weiterführung ab 2028 werden weitergeführt. Die Reviews stärken den Dialog und die Lernkultur, womit die Kliniken interne Prozesse optimieren und die Patientensicherheit fördern können.
Medizinische Register: Nationale Strategie als Schlüsselaufgabe
Bei den medizinischen Registern zeichnet sich zunehmend der Bedarf nach einer nationalen Strategie ab. H+ hat dazu bei unisanté eine nationale Studie in Auftrag gegeben. Ziel ist es, die bestehenden Defizite bei der Governance, Standardisierung, Finanzierung und Zugänglichkeit anzugehen. Gleichzeitig gilt es, potenzielle Allianzpartner zu identifizieren, um eine nationale Strategie auf den Weg zu bringen. Damit soll das heute noch ungenutzte Potenzial der medizinischen Register in der Versorgungsplanung und -sicherheit, der klinischen und epidemiologischen Forschung sowie der Leistungsqualität und Patientensicherheit erkannt, koordiniert gefördert und adäquat finanziert werden. In diesem Zusammenhang führt H+ Gespräche im Kreis des Programms Digisanté, das wichtige Prinzipien wie Once-Only, Interoperabilität der Daten und Verwendung von Datenstandards festgelegt hat – wichtige Voraussetzungen für eine nationale Registerstrategie.