Vom Sprachrohr zum Taktgeber
Die Spitäler und Kliniken stehen unter Druck – und genau deshalb braucht es jetzt mehr als nur gute Argumente, nämlich einen gemeinsamen Kurs. Mit der Strategie 2030+ stellt H+ die Weichen, um den Wandel in der Spitallandschaft aktiv mitzugestalten.
2025 markiert für H+ einen Übergang: Wir blicken zurück auf die Strategie 2017–2025, mit der sich unser Verband als verlässliche Stimme der Spitäler und Kliniken etabliert und gefestigt hat. Gleichzeitig sehen wir klarer denn je, dass wir die anstehende Transformation der Spitallandschaft nicht als Zuschauer passiv verfolgen können, wir müssen eine aktive Rolle übernehmen und mitgestalten. Diese Entwicklung verlangt Entscheidungen und Prioritäten – und damit einen Verband, der mit einer Stimme die Orientierung vorgibt.
Genau dafür haben wir die Strategie 2030+ verabschiedet und mit einem Massnahmenplan konkretisiert, der ab 2026 schrittweise umgesetzt wird. Sechs Leitplanken geben uns Richtung: Leadership stärken, mit «One Voice» auftreten, die Wahrnehmung der Spitäler verbessern, die Menschen ins Zentrum stellen, Netzwerke fördern und die Zukunft aktiv gestalten. Zwei Querschnittsaufgaben ziehen sich durch alles: ein Bürokratieabbau und ein Spitalimage, das Leistung sichtbar macht – nicht als Selbstzweck, sondern als Grundlage für Vertrauen und Reformfähigkeit.
Ein wichtiges Instrument dieser Neuausrichtung ist die von H+ beauftragte PwC-Studie «Zukunftsperspektiven für die Spitallandschaft Schweiz». Sie benennt die Ausgangslage nüchtern und zeigt Handlungsfelder auf – von Finanzierung und Steuerung über Personal und Investitionen bis zur Digitalisierung. Die Studie ist kein fixfertiger Plan für die Zukunft, aber eine wichtige Grundlage für die kommenden Arbeiten: Sie soll die Debatte versachlichen und eine gemeinsame Problemdefinition ermöglichen. Denn ohne gemeinsame Diagnose gibt es keine wirksame Therapie.
Das führt zur zentralen Erkenntnis des Jahres: Lösungen entstehen gemeinsam. Politik, Kantone, Versicherer und Leistungserbringer müssen an einem Strang ziehen und zusammen Verantwortung übernehmen. Dass das möglich ist, zeigt ein positives Beispiel: das neue ambulante Gesamt-Tarifsystem, das von allen Tarifpartnern gemeinsam erarbeitet und am 1. Januar 2026 in Kraft tritt. Es löst den überholten TARMED ab und schafft die Grundlage für eine Ambulantisierung, die medizinisch sinnvoll ist und den ambulanten Bereich endlich entwicklungsfähig macht.
Unser Ziel als Verband ist es, diese gemeinsame Arbeit zu ermöglichen – mit klarer Haltung, fundierten Fakten und dem Willen, Brücken zu bauen. Die Strategie 2030+ ist dafür unser Kompass. Sie ermöglicht es, dass H+ den unvermeidbaren Wandel in der Spitallandschaft aktiv gestaltet.